Muss Electronic Arts wegen FIFA 21 10 Millionen Euro Strafe zahlen?

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Ein niederländisches Bezirksgericht urteilte diese Woche, das eine Geldstrafe in Höhe von 10 Millionen Euro, seitens der Kansspelautoriteit (der niederländischen Glücksspielbehörde) gegen den Spiele Publisher Electronic Arts, wegen Verstoß gegen das Glücksspielgesetz legitim ist.

Knackpunkt sind mal wieder die virtuellen Kartenpacks die sich im Ultimate Team-Modus kaufen lassen und welche letztendlich Lootboxen gleichen. Der Vorwurf das es sich dabei um Glücksspiel handelt, war in den vergangenen Monaten immer wieder Gegenstand von Diskussionen.

Nachdem die Kansspelautoriteit bereits letztes Jahr im Oktober die Geldstrafe gegen EA verhängt hatte, weigerte sich der Publisher diese zu bezahlen und legte Widerspruch ein, so musste nun ein Gericht über die Rechtmäßigkeit der Geldstrafe urteilen. Das Gericht folgte der Argumentation der niederländischen Glücksspielbehörde und bestätigte die Geldstrafe.

Die Behörde erklärt: „Die Kansspelautoriteit ist der Ansicht, dass es von entscheidender Bedeutung ist, gefährdete Gruppen wie Minderjährige vor Glücksspiel zu schützen. Aus diesem Grund befürwortet die Ksa eine strikte Trennung zwischen Videospielen und Glücksspiel. Gamer sind oft jung und daher besonders anfällig für die Entwicklung einer Sucht. Deswegen haben Glücksspielelemente in Spielen nichts zu suchen“.

EA argumentierte dagegen in bekannter Weise, das die Kartenpacks in FIFA Ultimate Team kein Glücksspiel wären, da deren Inhalt nicht wieder in Geld umgewandelt werden könnte. Daher wären diese eher als Geschicklichkeitsspiel zu sehen, zu dessen Spielsuchtpotential es auch keine wissenschaftlichen Beweise gäbe.

Das Gericht zeigte sich von den vorgebrachten Argumenten wenig beeindruckt und wies auf die steigende Zahl wissenschaftlicher Untersuchungen und Aussagen von Experten hin, die vor Lootboxen und den darin enthaltenen Glücksspiel-Mechaniken warnen. Darüber hinaus basiere das niederländische Glücksspielgesetz auf der Annahme, das jede Art von Glücksspiel ein gewisses Suchtrisiko birgt und daher nur mit einer Lizenz veranstaltet werden darf. Eine solche Lizenz besitze der Publisher jedoch nicht.

EA hat nun sechs Wochen Zeit gegen das Urteil Berufung einzulegen.